Vergleich zum Lohnniveau in Deutschland, Österreich, Schweiz

Sunday, 13.01.2013

Alle Lohnumfragen zeigen, dass die Schweizer sehr viel mehr verdienen als ihre Nachbarn, wie sieht dies aber wirklich konkret im Vergleich zu Deutschland und Österreich aus?

Vergleicht man das Brutto-Jahreseinkommen (nach den Zahlen von Eurostat, 2010) liegt der durchschnittliche Bruttolohn eines  Vollzeitarbeitnehmers in der Schweiz in der Tat deutlich höher als in den benachbarten Ländern Deutschland und Österreich, die Kaufkraft relativiert jedoch diese Ergebnisse auf Grund der hohen Lebenshaltungs-Kosten in der Schweiz.

Eine Vergleichbarkeit bietet der KKS (Kaufkraftstandard), eine fiktive Währungseinheit bereinigt von Unterschieden im Preisniveau, Lebenshaltungskosten, Inflation usw. Erst hier weiß der Arbeitnehmer, was er sich wirklich an Kaufkraft für seinen Lohn im jeweiligen Land leisten kann.

Die jährliche Erhebung von Eurostat (das statistische Amt der Europäischen Union) zeigt (hier von 2010), dass das Brutto-Jahreseinkommen (Medianwert) der Schweizer 56.509 Euro (KKS 38.172 Euro) beträgt, in Deutschland 42.400 Euro (KKS 40.687 Euro) und in Österreich verdient man durchschnittlich 33.876 Euro (KKS 31.642 Euro). Nach Lohnniveau also beste Werte für die Schweiz, nach Kaufkraft jedoch bewirken die hohen Lebenshaltungskosten einen weniger deutlichen Unterschied. Die Ergebnisse relativieren sich, verglichen mit Deutschland verdienen die Schweizer etwa 20% mehr, müssen aber etwa mit 28% höheren Lebenshaltungskosten rechnen. So bleibt vielen Arbeitnehmern in Deutschland von ihrem Lohn trotz geringerem Bruttolohn eine vergleichbare oder sogar höhere Kaufkraft.

Deutliche Vorteile erzielen dabei natürlich Grenzgänger z.B. aus dem Bodenseeraum oder etwa ein Arbeitnehmer, der im österreichischen Vorarlberg lebt und im schweizerischen Kanton St. Gallen seinen höheren Lohn bezieht, aber die niedrigeren Lebenshaltungs-Kosten in seinem Heimatland nutzt. Österreich liegt gegenüber den beiden Nachbarländern zwar etwas zurück, ein Plus auf österreichischer Seite ist dafür die stabile Lohn- und Wirtschaftsentwicklung. Von den Tariferhöhungen bleibt effektiv, bereinigt gegenüber Teuerung und Inflation, etwas über 2 % übrig, in Deutschland etwa 0,7 % und noch weniger in der Schweiz, teils nur 0,1-0,3 %.

Umgerechnet in die Kaufkraft sind die Löhne zwischen Deutschland und der Schweiz also gar nicht so weit von einander entfernt. Ein Arbeitnehmer, der ein Lohnangebot in der Schweiz prüft, sollte dies immer berücksichtigen. 25-30% mehr Lohn in der Schweiz, in Zürich oder Genf auch noch etwas mehr, sind schon notwendig um einen gleichen Lebensstandard halten zu können. Daraus ergibt sich auch die Wichtigkeit sich im vorher genau zu informieren und zu vergleichen.

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Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der in Deutschland 32.400 EUR Brutto verdient, müsste in der Schweiz ein Bruttogehalt von 55.728 CHF, in Österreich ein Bruttogehalt von 33.285 EUR erhalten, um den gleichen Lebensstandard zu besitzen. Sie finden den Rechner in jedem Lohneintrag, wenn Sie sich die Details anschauen. Dort klicken Sie einfach auf den Tab "Kaufkraft". Probieren Sie es aus!

Quellen:

Von unserem Gastautor Andreas Schwarz

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