Kaufkraft-Standard - die künstliche Währung

Wednesday, 03.07.2013

Die Kaufkraft variiert in Europa von Land zu Land. Besonders groß sind jedoch die Unterschiede zwischen der Schweiz und den angrenzenden Nachbarländern.

Die Frage die den Arbeitnehmer bei der Wahl eines Arbeitsangebots am meisten interessiert, ist doch die, was kann ich mir von meinem künftigen Lohn leisten, welchen Lebensstandard ermöglicht er mir. Also die Frage nach der Kaufkraft. Was ein Lohn als Kaufkraft im eigenen Land bedeutet, hierfür hat jeder ein eigenes Gefühl und weiß was er sich leisten kann. Schwieriger sieht dies schon bei einem Blick über die Grenzen aus, was bedeutet ein Lohn dort, ist er hoch oder niedrig, reicht er für den angestrebten oder gewohnten Lebensstandard.

Ein Kaufkraftvergleich ist sehr schwierig: Unterschiedliche Lohnniveaus, Teuerungen, Lebensgewohnheiten und auch unterschiedliche Rahmenbedingungen, bei Versicherungen, Sozialversicherungen, die Wohnsituationen mit ihren Mieten und Nebenkosten, oder gar andere Währungen (Schweiz, Großbritannien) - all dies ist meist in anderen Ländern auch unterschiedlich geregelt (lesen Sie dazu auch hier).

Das Europäische Statistische Amt (Eurostat) hilft hier dennoch einen Vergleichswert zu ermitteln, auf Grund jährlich erhobener statistischer Werte und einer Umrechnung, die alle relevanten Messergebnisse berücksichtigt. Dies ist der KKS, der zumindest eine Hilfsgröße darstellt und jedem Einzelnen hilft die Löhne in anderen Ländern zu beurteilen.

Was ist nun der KKS (Kaufkraftstandard)? Er ist eine künstliche Währungseinheit und theoretisch kann mit einem KKS in jedem Land der EU die gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen erworben werden. Ein KKS entspricht dabei der durchschnittlichen Kaufkraft eines Euro in der Europäischen Union, er ermöglicht Kaufkraftunterschiede zwischen den europäischen Ländern auszugleichen. Auf Grund der Preisunterschiede und auch mancher unterschiedlichen Rahmenbedingungen des täglichen Lebens verschiedener Länder werden je nach Land für die gleichen Waren und Dienstleistungen unterschiedliche Mengen von nationalen Währungseinheiten benötigt, auch wenn die meisten Länder der EU die gleiche Währung nutzen. Bei Länder mit eigenen Währungen werden die Währungsschwankungen und Währungsumrechnung ebenso berücksichtigt.

Auf lohnanalyse erhalten Sie zu jedem Lohn eine grobe Umrechnung in den drei Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich. Suchen Sie einfach nach einem Beruf, klicken den entsprechenden Lohn an und klicken in der Detailansicht des Berufes auf Kaufkraft. Bei der Berechnung muss natürlich immer berücksichtigt werden, das der umgerechnete Kaufkraftwert immer dem Durchschnittswert in der EU folgt, also auch etwa in Deutschland der KKS der Schweiz nicht 1 zu 1 dem eigen Gehalt entspricht, sondern auch der eigene Lohn der Umrechnung unterliegt. In Deutschland liegt der KKS-Wert bei etwas über 95% des realen Euroeinkommens, die Schweiz mit ihrem sehr hohen Preisniveau liegt bei etwa 67%. Eine Umrechnung an dieser Stelle fällt also schon deutlich ins Gewicht.

Der KKS bildet einen Mittelwert ab und jeder sollte bedenken, welchen individuellen Anspruch er an Lebensstandard, Gewohnheiten, Bedürfnisse und Erwartungen an einen adäquaten Lohn stellt. Hierbei wollen wir mit unserer einfach gehaltenen Berechnung eine Hilfestellung leisten, weisen aber darauf hin, dass dies aufgrund der komplexen Thematik nur in einem einfachen Rahmen möglich ist.

Quellen:

 

Von unserem Gastautor Andreas Schwarz

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